Das Forschungsprojekt „UNUSED MATTERS“ setzt bei den realen Materialströmen der Sanitärkeramikproduktion im LAUFEN-Werk Gmunden an. Filterkuchen, Keramikscherben und Glasurstaub werden in unterschiedlichen Mischverhältnissen kombiniert und zu einer neuen keramischen Masse weiterentwickelt. Nach etwas mehr als einem Jahr Forschungsarbeit und zahlreichen Testzyklen ist es gelungen, eine gießbare Masse zu entwickeln, die zu 92 Prozent aus Restmaterialen besteht und im E-Tunnelofen am Standort Gmunden gebrannt wird. „Für uns war von Anfang an klar: Wir müssen zuerst das Material verstehen, bevor wir über ein konkretes Produkt nachdenken können. Deshalb arbeiten wir mit dem, was in der Produktion tatsächlich anfällt, und entwickeln daraus unterschiedliche keramische „Test-Objekte“. Diese zeigen uns, was bereits möglich ist, wo Grenzen liegen und für welche Anwendungsbereiche wir weiter forschen und entwerfen können“, beschreibt Thomas Traxler, mischer'traxler studio.
UNUSED MATTERS geht dabei über die reine Materialentwicklung hinaus. bioregional.agency betrachtet die Produktion und ihre Stoffströme in einem größeren Kontext. Sie beziehen dabei auch die Frage ein, wo neu entwickelte Materialen in Zukunft sinnvoll eingesetzt und regionale Kreisläufe gestärkt werden können. „Für uns bedeutet Zirkularität, die global-orientierte Industrie als Teil eines regionalen Systems zu verstehen. Wir schauen uns an, wo Materialen herkommen, wie sie künftig eingesetzt werden können und wie daraus neue Verbindungen in der Region entstehen können. Auch die Rolle von Design geht dabei über die reine Formgebung hinaus. „Designer:innen können mit ihrer investigativen Arbeit dazu beitragen, industrielle Systeme zu verändern“, betont Jakob Travnik, bioregional.agency.